Die Behindertenhilfe Algasing feiert ihr 50-jähriges Bestehen

Feiern gemeinsam „50 Jahre Behindertenhilfe Algasing“: Der Dorfener 1. Bürgermeister Heinz Grundner, (2. von links) Schirmherr des Jubiläums, mit Frater Bernhard Binder, Prior von Algasing, und Geschäftsführer Günter Ducke (links). Foto: (c) Barmherzige Brüder Algasing/Kirsten Oberhoff

Bürgermeister Heinz Grundner übernimmt die Schirmherrschaft / Jubiläumsprogramm mit Festgottesdienst, Klosternacht bis hin zur Podiumsdiskussion zum Thema Inklusion

In diesem Jahr können die Barmherzigen Brüder ein halbes Jahrhundert Behindertenhilfe in Algasing feiern. Prior Frater Bernhard Binder freut sich, dass Algasing seit dem Jahr 1967 nun eine echte Heimat für Menschen mit Behinderung ist. „Vielen ist ja noch das letzte große Jubiläum hier präsent, als wir im Jahr 2013 das 150-jährige Wirken des Ordens der Barmherzigen Brüder feiern konnten. Diesmal laden wir wieder ein ganzes Jahr lang die Bevölkerung zum Mitfeiern ein“, erklärt der Algasinger Prior und ergänzt: „Vieles hat sich geändert seit der Eröffnung im Jahr 1967 als ‚Heim für behinderte und pflegebedürftige Männer.’ Heute zeigt sich die Neuausrichtung von Algasing als Werkstatt, Tagesstätte, Förderstätte und Wohnbereich. Algasing ist die Heimat für über 230 Frauen und Männer, die hier wohnen, arbeiten und leben. Und wir schätzen den Austausch mit den Bürgern der Stadt Dorfen sehr, nicht nur zu unseren Festen, wie Herbstfest oder Christkindlmarkt. Wir sind gerade dabei noch etwas mehr, auch räumlich, auf die Dorfener zuzugehen und haben zwei bestehende Gebäude innerhalb der Stadtgrenzen angemietet, nur so kann ein nachbarschaftlicher Austausch entstehen“.

Auch für den Dorfener 1. Bürgermeister Heinz Grundner, der gerne die Schirmherrschaft zum Jubiläum übernahm, ist gelebte Inklusion hier spürbar: „Schon aufgrund der engen persönlichen Verwurzelung der Dorfener mit dem Haus  – die Einrichtung in Algasing ist ja mit der zweitgrößte Arbeitgeber in Dorfen und auch schon deshalb sehr bedeutsam für Dorfen – gibt es schon immer eine enge Verbindung, auch in Zeiten, in denen Inklusion noch nicht dieses geflügelte Wort war.“
In Zukunft werden auch die Städte immer mehr gefragt sein, um Menschen mit Behinderung geeigneten Wohnraum auch außerhalb einer Behinderteneinrichtung anbieten zu können, ist sich der Bürgermeister sicher: „Ich glaube dass die Kommunen, die Städte, Märkte und Gemeinden, aufgefordert sind, hier einmal quer zu denken, andere Wege einzuschlagen, nicht mehr die klassische Zentralisierung von Menschen in bestimmten Lebenssituationen, sondern Generationen und Lebenssituationen übergreifenden Wohnraum zu schaffen, möglichst zentral in den Städten, damit echter Austausch stattfinden kann. Einrichtungen für ältere Menschen oder Menschen mit Beeinträchtigung sollten sich daher zentraler ansiedeln, in der Ortsmitte, um eine Abschottung zu verhindern, und diese Menschen mitten in der Gesellschaft zu haben.“ Dass dies mit einer Gruppe von Menschen mit Behinderung im Bereich des Marienhofs, mitten im Zentrum, schon gut gelungen ist, zeige, dass man gute nachbarschaftliche Beziehungen aufbauen könne, wenn alle im Dialog miteinander stehen, ist Bürgermeister Grundner überzeugt.

Die Stadt Dorfen habe in Bezug auf Barrierefreiheit durchaus noch Nachbesserungsbedarf, räumt Bürgermeister Heinz Grundner ein: „Man hat aus städtebaulicher Sicht früher sehr viele Dinge aus optisch-ästhetischen Gründen oft anders gestaltet. Wir müssen uns auch als Stadt Dorfen, wie viele Kommunen, bei der Nase packen, bei künftigen Straßensanierungen, beim Umbau von öffentlichen Gebäuden, noch viel stärker auf die Barrierefreiheit zu achten. Das geht los bei niedrigen Bordsteinkanten, die mit dem Rollator und Rollstuhl zu passieren sind, und hört auf bei Aufzugsanlagen und Barrierefreiheit in Gebäuden. Wir sind bestrebt, dies bei Sanierungsmaßnahmen sukzessive umzusetzen und auch bei zukünftigen Baumaßnahmen stets im Hinterkopf zu behalten.“

Sein Wunsch als Schirmherr für Algasing: „Mein besonderer Wunsch wäre, dass diese erfolgreiche Arbeit, die hier geleistet wird, auch noch lange über die nächsten 50 oder 150 Jahre hinaus erhalten bleibt, wir weiter gute und stabile Partner sind und sich die Menschen hier im Haus stets wohlfühlen mögen“.

Der Algasinger Prior, Frater Bernhard Binder und Geschäftsführer Günter Ducke bedankten sich zum Auftakt des Jubiläumsjahres „50 Jahre Behindertenhilfe Algasing“ ganz herzlich beim Schirmherrn Bürgermeister Heinz Grundner mit dem guten Algasinger Klosterlikör.

Barmherzige Brüder Algasing/Kirsten Oberhoff

 

Geplant ist heuer ein buntes Jubiläumsprogramm:

Zum Auftakt findet ein Dankgottesdienst mit großem Festakt am 23. Juni mit geladenen Gästen in der Algasinger Klosterkirche St. Josef statt.

Im Jubiläumsjahr wird bei der Klosternacht am 15. Juli der bekannte Münchner Pfarrer Rainer M. Schießler bei der Mariensäule im Klostergarten in Algasing um 18 Uhr einen Gottesdienst feiern zu Psalm 18,30 „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“.

Am 19. August laden die Algasinger ganztags zur bezaubernden Zirkuswelt ein.

Das traditionelle Herbstfest lockt am 3. September mit einem bunten Familientag mit vielen Attraktionen.

Spannend wird auch eine öffentliche Veranstaltung unter dem Titel „Mein Nachbar - Der Mensch mit Behinderung! - Inklusion konkret“. Hierzu ist die Bevölkerung am 14. September ab 19 Uhr in Dorfen im Saal des Jakobmayer herzlich eingeladen zum Mitdiskutieren mit Vertretern aus der Politik, dem Sozialbereich und der Behindertenhilfe. 

Das Festjahr endet dann mit einem großen Jubiläumsabend am 4. November in Algasing und dem beliebten Christkindlmarkt am ersten Dezemberwochenende vom 1. bis zum 3. Dezember 2017.

Hier können Sie sich die Festschrift 2017 herunterladen:

nach oben