Aus Frust wurde tolles Teamwork

Mit Geduld und Ausdauer übte Ingrid Sedlmeier (rechts) mit Petra Reithmaier das Zusammenbauen von Einzelteilen für einen neuen Auftrag.

Petra Reithmaier ist blind. Wie sie es trotzdem schaffte, eine komplizierte Montage-Arbeit zu erlernen.

Die Sankt Josefs-Werkstatt erhielt von der Firma Uebler (Forchheim) einen neuen Montageauftrag, der seit Mitte Januar in der Montageabteilung erprobt wird. Teile von Halte-Armen, die Bestandteile an Fahrradständern für Autoanhängerkupplungen sind, müssen zusammengebaut werden. Für die Beschäftigten nicht nur eine neue, sondern auch anspruchsvolle Herausforderung.

Als langjährige Beschäftigte der Montagegruppe 2 ist Petra Reithmaier ebenfalls mit Arbeiten betraut, bei denen Teile auf verschiedene Weisen zusammengefügt werden. Mit viel Tastsinn und Gespür für die einzelnen Elemente erledigt sie fleißig und motiviert ihre Aufgaben. Petra Reithmaier ist blind – und ehrgeizig. Ihr Tagespensum an gefertigten Stücken übersteigt oft das ihrer sehenden Kollegen. Nachdem das erste Austesten der neuen Arbeit für sie sehr unbefriedigend verlief, weil sie es nicht schaffte, das kompliziert geformte Teil aus Gummi seitenrichtig in die Spritzgussschale zu drücken, kam sie zu dem Schluss, dass diese Tätigkeit nur sehende Menschen ausführen können. Ihre tiefe Enttäuschung rührte ihre Kollegin Ingrid Sedlmeier, die mit ihr in einem beruhigten Nebenraum der Montagegruppe arbeitet. Beide ambitionierten Damen nutzen nun die Urlaubszeit ihres Gruppenleiters für eine Überraschung! Mit Geduld, Ausdauer und einprägsamen Beschreibungen leitete Ingrid Sedlmeier sie Schritt für Schritt an. Als die Tätigkeit bei Petra Reithmaier saß und sie sie selbständig meisterte, war die Freude bei beiden riesengroß!  Ihre erfolgreiche Leistung wünschten sie auf einem Foto dokumentiert.

Herzlichen Glückwunsch Petra! Wir von der Werkstatt meinen, das ist doch eine Bekanntgabe in der Hauszeitung wert. Auf so viel Eigeninitiative und Fleiß sind wir stolz. Vielen Dank, Ingrid!

 

 

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