Ein großes Familienfest zu Ehren des Algasinger Priors

"Dank an Gott, dass er seine schützende Hand über Sie gehalten hat!" Festzelebrant Weihbischof Dr. Haßlberger (links) kennt Frater Bernhard seit 30 Jahren.

In Worten und mit seiner Unterschrift legte der Jubilar erneut die vier Ordensgelübde ab - bezeugt von Provinzial Benedikt Hau (rechts).

Der frühere Generalprior Pascual Piles (rechts) war einer von vielen Konzelebranten.

Gruppenbild mit Weihbischof, Konzelebranten und Ministranten fürs "Familienalbum"

Im Algasinger Festsaal wurde weitergefeiert. Auch Georgine Weese (rechts) freute sich mit ihrem Bruder über die vielen Glückwünsche, hier von Pater Provinzial nach dessen Rede.

"Wir sind unendlich dankbar, dass wir ihn haben." Geschäftsführer Günter Ducke gratulierte dem Algasinger Prior im Namen der gesamten Hausgemeinschaft.

Gelöste Stimmung am Ehrentisch: links Frater Donatus Wiedenmann und der österreichische Ordensprovinzial Joachim Mačejovski, rechts Pater Leodegar Klinger mit Bürgermeister Heinz Grundner

Herzliche Begegnungen mit Mitarbeitern ...

... und Bewohnern der Behinderteneinrichtung.

Ein großes Familienfest ist die Feier zum 50. Professjubiläum von Frater Bernhard Binder geworden. Viele Mitbrüder aus Bayern und Österreich und sogar aus Spanien, Brüder und Schwestern aus anderen Ordensgemeinschaften, weltliche Mitarbeiter, Verwandte, Nachbarn und enge Freunde kamen am 15. Oktober 2016 nach Algasing und verfolgten, wie Frater Bernhard in der Klosterkirche seine Gelübde erneuerte. Danach feierten die rund 300 Gäste, darunter auch Mitarbeiter und Bewohner der Algasinger Hausgemeinschaft,  den Jubilar in gelöster, herzlicher Stimmung im Festsaal der Behinderteneinrichtung.

Die Inhalte von Lesung und Evangelium beim Gottesdienst hatte Frater Bernhard sich selbst gewünscht. Die alttestamentarische Geschichte von Samuel, der die Stimme Gottes nur mit Hilfe eines anderen erkennt, und das Gleichnis vom barmherzigen Samariter seien „Grundpfeiler Ihres Lebens“, wie Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger zum Jubilar gewandt feststellte. Der Festprediger beschrieb lebhaft, wie schwierig es sei, unter den vielen Alltagsstimmen die Stimme Gottes herauszuhören. Da sei eine Gemeinschaft wie die der Barmherzigen Brüder hilfreich und wichtig. Der Orden stehe ebenso für die Barmherzigkeit des Samariters, der sich nicht fragt „Was ist mit mir?“, sondern „Was ist mit dem, wenn ich ihm nicht helfe?“ – „Sie leben das in ganz besonderer Weise, Frater Bernhard“, so der Weihbischof. „Sie waren in diesen 50 Jahren immer nahe dran an Menschen, die Hilfe brauchen. Dafür gebührt Ihnen und allen Barmherzigen Brüdern ganz besonderer Dank“.

Vergelt's Gott von der Ordensleitung
Die vier Ordensgelübde Keuschheut, Armut, Demut und Hospitalität nahm der bayerische Provinzial Benedikt Hau ab. Er sagte ein herzliches Vergelt’s Gott für 50 Jahre „gelebte Treue und Hospitalität in der Nachfolge Christi in unserem heiligen Orden.“ Frater Benedikt zeichnete den Lebensweg seines Mitbruders nach. Zum Vergnügen der Gäste verlas er einen Ausschnitt aus dem Empfehlungsschreiben des Heimatpfarrers vor dem Ordenseintritt von Frater Bernhard, der damals noch Hubert Binder hieß: „Hubert ist ein verträglicher Charakter und passt sehr wohl in eine Gemeinschaft.“

Auch die Dankesrede von Frater Bernhard war mit kleinen Anekdoten gespickt. So erinnerte er sich daran, wie Pater Leodegar Klinger (85) ihn als „kleinen Postulanten“ zur Primiz eingeladen habe. „Diese brüderliche Geste habe ich bis heute nicht vergessen.“ Frater Donatus Wiedenmann, der ihm „immer um ein Jahr voraus“ sei, habe ihn bei seinem ersten Einsatz in der Behinderteneinrichtung in Reichenbach vor dem Aufgeben bewahrt. Auch an die gemeinsame Noviziatsszeit mit Frater Christoph Meißner denke er gerne zurück. Und mit Frater Emerich Steigerwald habe er gerne „sportliche Wettkämpfe im Regensburger Schwimmbad“ ausgetragen. Besonders geehrt fühlte er sich durch den Besuch von Pater Pascual Piles, dem ehemaligen Generalprior, und Pater Cristòbal Navarro Fuentes, ebenfalls aus Spanien angereist und ein „alter Weggefährte“.

"Unendlich dankbar, dass wir ihn haben"
Algasing, das bis 1965 eine Internatsschule war, ist der 76-Jährige eng verbunden. Hier hat er als zwölfjähriger Schüler die Barmherzigen Brüder kennen gelernt. Seit 2010 arbeitet er als Prior und Direktoriumsmitglied in der Behinderteneinrichtung. „Wir sind in Algasing unendlich dankbar, dass wir ihn haben“, betonte Geschäftsführer Günter Ducke. Er beschrieb den Prior als Menschen mit einem besonderen Charisma und sprühendem Elan. „Allein in Algasing hat er die Klosterkirche umgestaltet und einen wunderbaren Meditationsraum geschaffen. Und erst diesen Sommer hat er eine ganze Blockhütte versetzt und uns alle damit verblüfft.“ Eine herrliche Freizeitoase für Bewohner und Mitarbeiter sei so entstanden.

Der Prior habe den Anstoß für ein neues Leitbild gegeben und öffne das Große Refektorium  regelmäßig für Veranstaltungen für die Mitarbeiter. „Es ist der religiöse, spirituelle Aspekt, den Frater Bernhard hier in Algasing durch seine Arbeit und seine zugewandte Art stärkt“, stellte der Geschäftsführer fest und dankte dem Jubilar für sein gutes Vorbild: „Bei Frater Bernhard kann man sich abschauen, wie man anderen Gutes tut – und gleichzeitig zu sich selbst gut ist. Wie man Freundschaften pflegt – und sich selber Freund ist. Wie man die Welt schöner macht – einfach, indem man ihr etwas Schönes hinzufügt.“

Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Algasinger Kirchenchor und von der Eibacher Blaskapelle – ein Zeichen der guten Nachbarschaft, die Frater Bernhard ebenso hegt und pflegt wie den Kontakt zu alten und neuen Weggefährten.

Vita von Frater Bernhard Binder
Der Jubilar wurde am 22. Juni 1940 als Hubert Binder in Günzenhausen (Landkreis Freising) geboren. Früh elternlos, musste er sich um die drei jüngeren Geschwister kümmern. Am 01.04.1965 erfüllte er sich seinen lang gehegten Wunsch und trat in den Orden der Barmherzigen Brüder ein. Am 7. Oktober 1966 legte er die einfache Profess ab. Am 15. Oktober 1972 folgte die feierliche Profess.

Nach der Ordensausbildung und Ausbildung zum Krankenpfleger wurde Frater Bernhard 1974 zum Provinzsekretär berufen, später zum Provinzrat und schließlich, 1983, zum Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz. In den folgenden neun Jahren als Provinzial verlegte er unter anderem das Provinzialat von Regensburg nach München und setzte Direktorien und weltliche Gesamtleiter in den Ordenshäusern ein.
Ab 1992 bereitete er als Novizenmeister in Graz junge Männer auf das Ordensleben vor. Diesen Dienst übte er zwölf Jahre lang aus, bis er 2004 erst nach Regensburg wechselte, dann nach Kostenz und schließlich, 2010, nach Algasing.

 

 

 

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